Chronik der Schützengesellschaft e.V. Grasleben von 1857

Anfang der 50iger Jahre des 19. Jahrhunderts kam in Grasleben der Gedanke auf, nach dem Vorbild der Städte eine Schützengesellschaft zu gründen. Nach mehreren vergeblichen Zusammenkünften wurde 1857 in der Scherenbergschen Gastwirtschaft die Schützengesellschaft Grasleben unter dem Vorsitz des damaligen Gemeindevorstehers Friedrich Schulze gegründet. 30 Einwohner aus Grasleben erklärten ihren Beitritt. 1. Vorsitzender wurde Otto von Holwede. Nach dem Vorbild anderer Schützenvereine und entsprechend dem Charakter einer Schützengesellschaft wurde auch ein Kommandant gewählt, der die Schützen zu befehligen hatte. 1. Kommandant war Friedrich Heidmann. Es wurden alte Büchsen hervorgeholt, mit denen das Schießen begann.

Das Schützenfest wurde in den ersten Jahren im Walde im Thiesberg gefeiert, bis es später zur „Schapereike“ auf den heutigen Schützenplatz verlegt wurde. 1898 wurde zur Freude aller Festteilnehmer der Schützensaal gebaut, wobei alle Mitglieder mitgeholfen haben.

In den ersten Jahren wurde nur der König, später auch der Kronprinz ausgeschossen, der der beste unverheiratete Schütze war. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Kronprinz durch einen 2. König ersetzt. Von 1937 bis 1939 wurde auch ein Volkskönig ausgeschossen. 1956 wurde dieser Brauch wieder aufgenommen. In dieser Zeit wurden die Könige mit dem Pusterohr ermittelt.

Das Schützenfest wurde von jeher am ersten Sonntag im Juli gefeiert. Am Abend vorher gab es das Königsbier. Nach dem 1.Weltkrieg wurde das Königsbier auf den Sonntag nach dem Schützenfest verlegt. Seit einigen Jahren wird statt des Königsbiers ein Königsball im Herbst veranstaltet.

Beide Weltkriege schnitten tief in das Leben der Schützengesellschaft ein. Sogar ein Verbot der Militärregierung 1945 wurde überstanden. Der alte Geist der Kameradschaft und der Zusammengehörigkeit überwand auch diese schweren Jahre. 1949 konnte wieder das erste Schützenfest nach dem 2.Weltkrieg gefeiert werden, wenn auch das Schießen noch untersagt war. Die Könige wurden durch Pfeilwerfen ermittelt, bis später ein allgemeiner Schießbetrieb wieder aufgenommen werden konnte.

Bereits seit den ersten Jahren des Bestehens der Schützengesellschaft ist das jährlich wiederkehrende Schützenfest ein Höhepunkt des gesellschaftlichen Lebens in Grasleben. 1988 wurde der Schützensaal renoviert. Dadurch schuf die Schützengesellschaft einen Festsaal, der im weiten Umkreis als Beispiel tatkräftigen Vereinslebens anzusehen ist.

 

Vorsitzende der Schützengesellschaft bis heute:

  • Otto v. Holwede
  • Askanius v. Holwede
  • Friedrich Schulze
  • Wilhelm Massberg
  • Robert Ebering
  • Wilhelm Germer 1927 - 1933 und 1950 - 1970
  • Fritz Uhlenhut 1971 - 1981
  • Friedrich Wilhelm Jaeger 1982 - 1992
  • Michael Kopischke 1992 - 2007
  • Manfred Steinbeißer 2010 - 2014
  • Marcus Pusch 2015
  • Byrgit Grudke  2016 - 2018
  • Markus Kranzen 2018 - 2019
  • Siegfried Müller seit 2019

 

Momentan hat der Verein ca. 200 Mitglieder. In unserem Schützenhaus sind 10 Luftgewehr-Stände sowie 4 Kleinkaliber-Stände vorhanden. Diese Stände werden von den einzelnen Sparten wie Damen, Herren, Jugend und den Großkaliber-Schützen genutzt. Außerhalb vom Schützenhaus existiert außerdem ein Platz für das Bogenschießen.